Ein "Flaucher" für Freising

Nur durch den Isardamm getrennt: Links vom Damm soll das Freizeitgelände entstehen; unmittelbar rechts vom Damm die Häuser der Schwabenau.

Scho

n lange war es Wunsch der Verantwortlichen im Freisinger Rathaus, den Bürgern ein Naherholungsgebiet an der Isar innerhalb der Stadtgrenzen zu schaffen. Und eine Machbarkeitsstudie, die am 1. März des vergangenen Jahres den Mitgliedern des Planungsausschusses vom beauftragten Planungsbüro Schober vorgestellt wurde, kam bei der Mehrheit der Mitglieder gut an. Demnach ist vorgesehen, die Isar zwischen der Schwabenau und dem Bereich nordöstlich der Isarbrücke mit einem Seitenarm aufzuweiten. Am südlichen Isarufer sollen zusätzlich eine Liegewiese und ein Bolzplatz entstehen. Über einen Steg soll das neue Freizeitgelände von den Parkplätzen an der Luitpoldhalle erschließen. In einer seiner letzten Amtshandlungen hat Altoberbürgermeister Dieter Thalhammer Ende April eine Rahmenvereinbarung mit dem Wasserwirtschaftsamt unterzeichnet und damit den Startschuss für das Projekt gegeben. Kosten soll das Bauvorhaben insgesamt 750000 Euro, wovon 40 Prozent der Freistaat Bayern als Zuschuss trägt und weitere 200000 Euro durch einen Zuschuss aus dem EU-Leader-Projekt kommen. Derzeit laufen bei der Stadtverwaltung die Detailplanungen und man hofft, dass noch in diesem Jahr der Planfeststellungsantrag beim Landratsamt gestellt werden kann. Doch unerwartet erhebt sich Protest bei den Anwohnern der Schwabenau. Sie befürchten, dass der „Freisinger Flaucher“ in unmittelbarer Nähe zu ihrer Siedlung für sie nur Nachteile bringt und haben ihren Widerstand angekündigt. Dafür ist Benno Zierer, 3. Bürgermeister: "Bei der Größe die Freising hat und auch auf Grund der Tatsache, dass sehr viele junge Familien in Freising wohnen, muss ein ausreichendes Freizeitangebot vorhanden sein. Dazu gehört insbesondere auch die Möglichkeit, sich im Frühjahr, im Sommer und im Herbst im Freien zu betätigen und vor allem auch am Wasser aufzuhalten. Auch den Jugendlichen muss diese Möglichkeit geboten werden, um sie von der Straße weg zu holen. Darüber hinaus ist die Stadtverwaltung verpflichtet, in Freising und im näheren Umland Freizeitmöglichkeiten zu schaffen. Ich verstehe die Bedenken der Anwohner in der Schwabenau, und deshalb muss unser Augenmerk bei der Planung darauf gerichtet sein, dass die Aufenthaltsflächen möglichst weit von Wohnbebauungen weg sind und die Gestaltung des Geländes so vorgenommen wird, dass sich die Besucher auch nur dort aufhalten. Deshalb wird geplant, dieses Freizeitgelände an der Isar mit einem Steg zur Luitpoldanlage zu verbinden, damit die dort vorhandenen Parkmöglichkeiten auch genutzt werden". Kontra: Marek Rouchal, Anwohner: "Die Anwohner der Schwabenau befürchten, dass es mit der Inbetriebnahme der Freizeiteinrichtung zu Lärm- und Geruchsbelästigungen kommt, dass Müll wild in der Gegend verstreut wird, dass, falls keine festen sanitären Anlagen installiert werden, die Besucher ihre Notdurft im Freien verrichten und das Wohngebiet zuparken, weil sie zu faul sind, den etwas weiteren Weg von der Luitpoldanlage über den Steg zu nehmen. Wir haben Angst davor, dass das Ganze zu einer vermüllten, stinkenden Freifläche verkommt, die merkwürdiges Publikum anzieht und damit zu einem dauerhaften Ärgernis mit allen damit verbundenen Beeinträchtigungen der Anwohner wird. Wir erwarten von der Stadt Freising, dass sie konsequent das Ganze plant, unsere Kritikpunkte berücksichtigt und mit einem nachhaltigen Konzept dafür sorgt, dass die neugeschaffene Freizeiteinrichtung positiv genutzt wird. Dazu bedarf es einer konkreten Benutzerordnung und regelmäßigen Kontrollen. Nur so wird es eine friedliche Koexistenz zwischen den Anwohnern und den Nutzern geben".

Quelle: freising-online

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