Kranzberger Thriller-Autor

Birkmann plant seine Morde

Ideengeber Notizbuch: Ungefiltert vermerkt Axel Birkmann Begebenheiten, die er später inj geordneter Form für seine Thriller verwendet.

Wer der Mörder ist? „Weiß ich noch nicht“, sagt Axel Birkmann. Und weil der kein Kriminalbeamter ist, sondern der Erfinder eines fiktiven Verbrechens, erstaunt diese Aussage dann doch. In der Tat lässt Birkmann, der  seit Januar die „Antares“-Trilogie plus daraus resultierendem vierten Buch auf den Markt gebracht hat, die Kriminalgeschichte gewissermaßen sich selbst entwickeln. 

Die Umstände um den roten Faden herum recherchiert er aber aufwändig und gewissenhaft. In den Jahren 2008 bis 2011 hat er die jeweils rund 500 Seiten starken „Die Schule der Mörder“, „Das Kollektiv des Bösen“, „Der Komplex  von Antares“ und schließlich „Der Schatten der Kirche“, das sich aus einem Handlungsstrang seiner Vorgänger ergeben hat.

Die Thriller spielen jeweils in bestimmten Milieus, die sich der Autor vorknöpft: Unternehmensberatungen, Banken, im politisch unruhigen Nordkorea oder schließlich im Klerus. „Im Schatten der Kirche“ spielt sich in Teilen sogar in Freising ab. Dieser Ansatz wiederum ließ in Birkmann die Idee reifen, sich dem aktuellen Trend der Lokalkrimis nicht zu verschließen, und so liegen auch schon drei fast druckreife Freising-Geschichten im Schreibtisch. Die aber noch nicht erhältlich sind. Trotz dieser Masse an Büchern ist der Autor aber kein Fließbandproduzent, sondern ein akribischer und detailverliebter passionierter Schriftsteller.

Vor Axel Birkmann liegt eine handschriftlich mutmaßlich kreuz und quer geführte Kladde mit Notizen. Der gebürtige Frankfurter, der seit 23 Jahren in Kranzberg lebt, notiert hier willkürlich Erlebnisse, Erfahrungen, Entwicklungen, die er später gedanklich geordnet für seine Kriminalromane verwenden könnte. „Die Geschichten entspinnen sich erst beim Schreiben“, sagt Birkmann. Aber sie beinhalten immer tatsächliche Begebenheit von weltweiter, historischer oder auch lokaler Relevanz: „In  all meinen Büchern steckt Wahrheit“, so Birkmann.

Und zwar die tatsächlich verifizierte, denn der Seminarleiter, der heute selbstständig arbeitet, recherchiert fanatisch, reist vor Ort seiner Kulissen oder liest sich intensiv auch in unbekannte Sachgebiete ein.

Im Jahr 2006 hat er seine Anstellung als Geschäftsführer verloren und zwei Monate in Neuseeland verbracht. Er begann dort, sein „Tagebuch“ zu schreiben. 260 Seiten an Reise-Emotionen entstanden daraus. Eine Leidenschaft, die er im Anschluss bei einem Tauchurlaub in Ägypten fortführte: „Ich wurde schon belächelt! Während die anderen rauschende Parties feierten, tippte ich fortwährend in meinen Laptop.“ Was dabei nicht ganz mühelos heraus kam („Wie entwickle ich Spannung, wie beschreibe ich Details?“), wusste zu gefallen. Birkmann machte sich an die Arbeit, es entstand im Jahresrhythmus die Antares-Trilogie  Den Freunden und  Bekannten gefiel sie, auch seinem Vater, dem strengsten Kritiker, mit dem „ich in dieser Zeit so viel wie nie zuvor gesprochen habe“, erinnert sich der Schriftsteller.  

Sogar die Suche nach einem Verlag brachte sofort sechs Zusagen. Ein umfassender Erfolg, dachte Birkmann, bis er um finanzielle Vorleistung gebeten wurde. Doch schon hier manifestierte sich der Spürsinn, der Birkmann zu seinem eigenen Kommissar machen könnte. „Die Probe aufs Exempel erbrachte dann aber, dass Bücher aus diesen Verlagen so gut wie nicht in Buchhandlungen zu bekommen waren.“ Er unternahm eine Verlagsreise quer durch Deutschland und fand über Umwege mit „Persiplex“ auch den richtigen. Seit Januar sind die vier Werke nun auch ohne finanzielle Eigenleistung im Internet zu bestellen oder im Buchladen zu erhalten. 

Noch zu kurz sind die Bücher im Handel als dass ein Verlaufstrend davon abgeleitet werden könnte. Eins ist aber gewiss: Natürlich ist es der Traum Axel Birkmanns, von der Schriftstellerei leben zu können, doch auch der Status Quo schmeckt dem Unternehmensberater besser als sein früheres Leben: „Ich habe wesentlich weniger Geld als früher, kann aber auch mit weniger zurecht kommen. Meine Lebensqualität ist deutlich gestiegen. Ich habe  mehr Zeit und mehr Spaß.“

Sollten seine ersten vier publizierten Thriller auch ein Verkaufsschlager werden, dürfte sich der Spaß indes noch deutlich steigern lassen. Am Einfallsreichtum wird es dem Autor nicht mangeln, sind doch die ersten Lokalkrimis schon in der Rohfassung fertig, Teil drei in Arbeit. We der Mörder ist, weiß Birkmann noch immer nicht - das ganze Verbrechen liegt jetzt in seiner Hand.

Das FORUM verlost je ein Exemplar der Antares-Trilogie „Die Schule der Mörder“, „Das Kollektiv des Bösen“ und „Der Komplex von Antares“ sowie den davon getrennten Band „Der Schatten der Kirche“.

Dazu reicht ein wenig Losglück und eine Postkarte mit dem Stichwort „Antares“ an FORUM; Bernd Wagner, Landshuter Straße 7, 85356 Freising. Einsendeschluss ist Montag, 4. März.

Quelle: freising-online

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