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„Die Sucht hat vier Noppen“


Nachricht von: Forum Freising
Wolnzach, 13.12.2011 12:00


Sichtlich begeistert war Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf bei seinem Ausstellungsbesuch in Wolnzach vom Nachbau des Deutschen Hopfenmuseums. Foto: Mader
(ma) · Mal wieder voll ins Schwarze - oder besser Bunte - getroffen hat die Leitung des Deutschen Hopfenmuseums in Wolnzach mit ihrer schon traditionellen Weihnachts-Sonderausstellung. „Die Welt aus bunten Steinen“ heißt heuer das Motto. Und die vom Münchner Verein „Bricking Bavaria e. V.“ geschaffenen Kunstwerke aus Lego-Bausteinen begeisterten seit der Eröffnung am Weihnachtsmarkt-Wochenende schon unzählige große und kleine Besucher. Sie sind während der üblichen Öffnungszeiten noch bis einschließlich Sonntag, 8. Januar 2012, im Veranstaltungssaal des Museums zu sehen.
Landschaften, Stadtansichten, eine Weltraumstation, eine große Eisenbahn, eine Feuerwache mit blinkenden Feuerwehrautos, Fahrzeuge aller Art, Bauernhöfe und nicht zuletzt die Hallertau mit ihrem Hopfenbau - all das und noch viel mehr wird im Deutschen Hopfenmuseum derzeit als Lego-Modell gezeigt. Dicht umlagerte Hauptattraktionen sind das Wolnzacher Rathaus und das ebenso originalgetreu aus Lego-Steinen nachgebildete Hopfenmuseums-Gebäude in der Marktgemeinde. Da wurden selbst bei den Ehrengästen, die zur Eröffnung gekommen waren - darunter Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf, Vorstandsvorsitzender Wilfried Gerling von der Hallertauer Volksbank als Hauptsponsor der DHM-Weihnachtsausstellungen, und 2. Bürgermeisterin Hannelore Langwieser aus der Nachbarstadt Mainburg - Erinnerungen an die eigene Kinder- und Jugendzeit wach. „Als Familienvater bin ich mit diesen Dingen auch in Berührung gekommen. Mein Sohn hat einmal sogar ein Referat über das Thema Lego gehalten. Sein Titel hieß: Die Sucht hat vier Noppen“, verriet der Landkreischef.
Problem: Der richtige Farbton fürs Rathaus
„Eigentlich haben die Standardsteine, die wir für unsere Modelle verbauen, ja acht Noppen“, informierte Jürgen Bartosch von „Bricking Bavaria“. In diesem Verein haben sich Lego-Freunde aus ganz Bayern und darüber hinaus zusammengeschlossen. „Meine Kinder spielen schon lange nicht mehr mit Lego, aber mich haben die bunten Steine nicht mehr losgelassen“, bekannte der Münchner, der sich auf den Nachbau großer Feuerwehrautos spezialisiert hat. Die „Bricking-Bavaria“-Aktivisten haben schon Projekte wie die komplette Insel Langeroog als Lego-Modell oder ein 6,10 Meter langes Schiffsmodell realisiert und sind seit 2004 regelmäßig bei Ausstellungen vertreten. Zur Premiere in Wolnzach durfte Lokalkolorit natürlich nicht fehlen - und so entstanden das Hopfenmuseum und das Wolnzacher Rathaus en miniature. Besonders das Rathaus, das übrigens von einem Mitglied aus Frankfurt mit Lego-Steinen nachgebildet wurde, erwies sich dabei als durchaus ansprechsvolles Vorhaben, denn, so Bartosch, „die Farbe gibt es bei Lego nicht mehr.“ Doch zum Glück hatte Bartosch selbst noch Baumaterial mit dem geeigneten Farbton in seinem Lagerbestand und konnte dem Vereinskollegen damit aushelfen. „Wir kommunizieren vorwiegend übers Internet, wo wir uns auch gegenseitig Tipps und Anregungen holen“, plauderte Jürgen Bartosch aus dem „Nähkästchen“ und räumte ein, dass sein Hobby - mit so viel Aufwand betrieben - mit Kinderspiel nicht mehr viel zu tun hat: „Es ist nicht ganz billig. Allein für die Wolnzacher Ausstellung beträgt die Versicherungssumme rund 70.000 Euro, wir hatten aber auch schon Veranstaltungen, bei denen unsere Lego-Modelle einen Gesamtwert von 200.000 Euro repräsentierten“, so Bartosch.
Vom Unternehmen Lego selbst, dessen Grundstein der dänische Tischlermeister Ole Kirk Christiansen Anfang der 1930er Jahre mit der Erfindung des damals völlig neuen Funktionsspielzeuges gelegt hatte, gibt’s übrigens keine finanzielle Unterstützung für „Bricking Bavaria“, dessen Mitglieder aus allen Berufs- und Altersschichten kommen. Vielmehr achte die Firma aus Dänemark penibel darauf, dass mit dem Namen „Lego“ als geschütztes Markenzeichen kein Missbrauch betrieben werde.


Auf Rieseninteresse bei den großen und kleinen Besuchern stößt die Lego-Ausstellung „Die Welt aus bunten Steinen“, die noch bis 8. Januar 2012 im Deutschen Hopfenmuseum gezeigt wird. Foto: Mader




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