Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning ab Mai gesperrt
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Forum Freising
München Nord, 31.01.2012 12:00 |
 Ab Mai geht hier für wenigstens vier Monate nichts mehr. Die Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning wird komplett gesperrt – trotz heftiger Proteste beider Kommunen. Foto: Funk (kf) · „Und was machen Sie, wenn sich alle Münchner Nord-Kommunen zusammentun und gemeinsam Amok laufen?“, fragte Alfons Kraft (BfG) in der jüngsten Sitzung des Garchinger Gemeinderates René Pinnel vom Staatlichen Bauamt ob der geplanten Vollsperrung der Isarbrücke. Von Mai bis wenigstens September werden die Brücke und Teile der B 471 zur Baustelle und nicht befahrbar – ein Unding, wie Garchinger Stadtrat und Ismaninger Gemeinderat finden. Eine Behelfsbrücke werde es aus Kostengründen nicht geben, betonte Pinnel. Mit rund 500000 Euro bis 600000 Euro an Mehrkosten müsse man bei einer Behelfsbrücke rechnen und damit würde das 1,5 Millionen teure Projekt unwirtschaftlich. Henrika Behler (BfG) gab zu bedenken, dass man die Mehrkosten, die für die Schulbusbeförderung oder den Rettungsdienst entstehen, gegen die eingesparte Behelfsbrücke rechnen müsse. Denn während der Bauzeit braucht man nun zwei Schulbusse – einen, der von Ismaninger Seite bis zur Brücke fährt und einen der von Garchinger Seite kommt, um die Schüler, die über die Geh- und Radwegbrücke zu ihren jeweiligen Bussen gelangen, zu befördern. Zudem müssen nun auch beide Rettungsdienste ständig besetzt sein. Auch Ernst Hütter (FDP) kritisierte, dass „durch die Umleitungen ungefähr 3,3 Millionen Euro Kraftstoff verfahren werden und der Staat sauber mitverdient“. Hier konterte Pinnel: „Es ist nicht so, dass der Bauvorhaber die Kosten tragen muss, sondern der Betreiber.“ Zudem fahre auch nicht jeder die ganze Umleitung, sodass weit weniger Spritkosten anfallen würden, als Hütter ausgerechnet habe.
Ebenfalls zur Diskussion stand der Bau einer zweiten Brücke, um so die Weichen für einen möglichen vierspurigen Ausbau der B 471 zu stellen. „Da kann ich mir nur an den Kopf fassen!“, wetterte Hans-Peter Adolf von den Grünen. „Eine Klimaschutzkommune propagiert einen vierstreifigen Ausbau! Die Leute sollen auf der A 99 fahren – dafür ist sie da!“ Anschließend gab er allen Pendlern und Schülern noch einen guten Tipp: Man könne von Ismaning nach Garching ja auch mal mit dem Rad fahren.
Ein vierspuriger Ausbau stehe zudem auch nicht von Seiten des Städtischen Bauamtes zu Debatte. „Wenn man jetzt so etwas aufnehmen würde, würde es bis zur Realisierung 15 bis 20 Jahre dauern“, erklärte Pinnel. Und wenn man jetzt noch länger mit der Sanierung warten würde, käme man in einen Bereich, in dem eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich wäre. Ein zweite Brücke sei zudem rechtlich auch nur schwierig zu bekommen, da die Brücke auf beiden Seiten von FFH-Gebiet umgeben ist.
Albert Ostler (CSU) wunderte sich, warum sich das Städtische Bauamt nicht mit Garching und Ismaning abgestimmt habe, bevor es mit einer so einschneidenden Maßnahme für beide Kommunen beginnt. Zweiter Bürger- meister Peter Riedl (UG) entkräftigte diesen Vorwurf und erklärte, dass beide Kommunen in die Planung eingebunden waren. Und schließlich habe man – auch mit Ismanings Bürgermeister Sedl- mair – nach „bestem Wissen und Gewissen“ abgestimmt und entschieden.
„Wenn wir nicht bald handeln, verliert das Bauwerk seine Tragfähigkeit“, betonte Pinnel. Der Beton unterhalb des Asphalts sei bereits komplett entfestigt, ein Endträger sei durch eindringendes Salzwasser stark geschädigt, ebenso diverse Spannglieder, die die Stabilität der Brücke gewährleisten. Würde man bei diesem Schaden in verschiedenen Teilabschnitten arbeiten und die Brücke noch einspurig befahren lassen, hätte man nicht viel gewonnen: „Das ist teurer, dauert länger und im Endeffekt leidet die Qualität“, sagte Pinnel. Auch Zwei-Schichtbetrieb und Nachtarbeit kämen nicht in Frage, da gerade im Brückenbau oft tagelange Austrocknungsphasen eingehalten werden müssten.
Nach einer ergebnislosen Diskussion fügten sich nun auch die Garchinger Stadträte in ihr Schicksal, welches da lautet: Vollsperrung Isarbrücke.
Mögliche Umleitungen
Die A 99 wird angesichts der ebenfalls betroffenen landwirtschaftlichen Fahrzeugen nicht als Umleitungsstrecke ausgeschildert. Die offizielle Umleitung führt von der B11 über den Föhringer Ring über die Kreisstraße M 3 nach Ismaning. Alternativ ginge es auch im Norden über die Staatsstraße 2053 nach Grüneck und von dort auf die B 11. „Aber jeder, der die Strecke öfter fährt, wird seinen eigenen Weg finden“, ist sich Pinnel sicher, dass nach wenigen Wochen das Chaos beendet sein wird und es vielleicht zu einer dauerhaften Verkehrsberuhigung auf der Strecke Garching – Ismaning kommt. |
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