Fasching ganz vernünftig
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Forum Freising
Freising, 02.02.2012 12:00 |
 Ein Riesenremmidemmi sind die Faschingszüge in der Region. Heuer sollen standardmäßige Problemthemen durch Kooperation eingedämmt werden. Die Faschingsgesellschaften aus dem nördlichen Landkreis nehmen sich und die Besucher der Umzüge heuer unter freiwillige Selbstkontrolle: Die Verantwortlichen der Narrhallen Au, Gammelsdorf, Mauern, Mainburg, Nandlstadt und Pfeffenhausen hatten sich getroffen und eine „Resolution“ verabschiedet. Anlass: Der Wandel der Umzüge in den vergangenen Jahren und die damit verbundenen Probleme.
Drei Hauptprobleme kristallisierten sich bei der Diskussion heraus, allen voran der steigende Alkoholkonsum. Anstelle von Bier, Wein oder Sekt wird heute viel mehr Hochprozentiges konsumiert, wobei die Konsumenten immer jünger werden.
Die Veranstalter appellieren diesbezüglich nicht nur an die Teilnehmer, sondern auch an die Besucher und weisen auch auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin. Das bedeutet im Grundsatz: Kein Alkohol für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren! Hierbei gilt, dass sich niemand aus der Verantwortung stehlen kann. Nicht nur der „Wirt“, sondern auch jede andere Person kann zur Verantwortung gezogen werden, die Jugendlichen Alkoholgenuss ermöglicht oder nicht verhindert! Auch der Volljährige macht sich strafbar, der seinen minderjährigen Freunden Hochprozentiges an der Bar besorgt.
Das Problem Alkohol macht den Narrhallen aus Au, Nandlstadt, Mainburg, Pfeffenhausen, Mauern und Gammelsdorf zu schaffen. Deshalb haben sie sich zusammen- und kurzgeschlossen und geeinigt auf ein gemeinsames Vorgehen. Als weiteres Problem wurden die Glasscherben an den Zugstrecken genannt. Diese verursachen nicht nur vermehrten Reinigungsbedarf, sondern stellen vor allem eine hohe Verletzungsgefahr dar.
Teilweise sind die Umzüge deshalb schon „glasfrei“, das heißt das keine Glasflaschen mehr zum Umzug mitgebracht werden dürfen und auch an den Verkaufsständen keine Glasflaschen mehr verkauft werden. Das Müllproblem bleibt natürlich.
Bei den Veranstaltungen, die noch nicht komplett glasfrei sind, sind Teilnehmer und Besucher gleichermaßen gefordert, die gekauften Flaschen wieder zurückzugeben bzw. die mitgebrachten Flaschen und sonstigen Abfälle fachgerecht in den aufgestellten Behältnissen zu entsorgen oder diese wieder mit nach Hause zu nehmen.
Dem Problem „Lautstärke der Wägen“ wird ab diesem Jahr mit einer einheitlichen Hallertauer Auflage entgegengesteuert. Alle am Wagen befindlichen Lautsprecherboxen sind ins Wageninnere zu drehen.
Entgleisungen und Zuwiderhandlungen der Teilnehmer gegen die Auflagen des jeweiligen Veranstalters können zu einem sofortigen Ausschluss aus dem laufenden Umzug führen.
Durch die Zusammenarbeit mit den anderen Faschingshochburgen werden auch kurze Informationswege geschaffen. Ein Ausschluss aus allen anderen Umzügen in der Hallertau ist die logische Konsequenz.
Um auch zukünftig auf Absperrungen am Straßenrand verzichten zu können, richten die Veranstalter noch einen Appell an die Besucher: Liebe Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel, bitte achtet darauf, dass die Kinder auf der Jagd nach einzelnen Bonbons nicht zu nahe an die Umzugswägen heranlaufen.
Mit verschärften Teilnahmebedingungen, etwas Vernunft und gegenseitiger Rücksichtnahme werden sicherlich auch in diesem Jahr die Faschingsumzüge der Region zum Höhepunkt des Faschings 2012.
Die Gemeinden und Narrhallen in der Hallertau laden hierzu herzlich ein.
Bereits am Faschingssamstag findet der Faschingsumzug in Mainburg statt. Am Faschingssonntag starten dann die Gaudiwürmer in Au und Mauern. Der große Nachtumzug in Gammelsdorf findet am Rosenmontag statt. Zum Faschingsausklang laden Nandlstadt und Pfeffenhausen ein. |
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