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Zweierlei Maß am Backofen?


Nachricht von: Forum Freising
Freising, 09.02.2012 12:00


Dr. Andreas Zapf vom LGL.
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe, und täglich gibt es neue Wasserstandsmeldungen über den Hygieneskandal bei Müller-Brot in Neufahrn. Noch immer wird mit Hochdruck an der Reinigung auf dem 54000 Quadratmeter großen Betriebsgelände gearbeitet. Die Kontrolleure erhalten Bescheid, wenn eine Überprüfung wieder Sinn haben soll.
An Kontrollen hat es auch in der Vergangenheit bei Müller Brot nicht gemangelt. Allein: Konsequenzen gab es kaum.
Nachbesserungen wurden immer wieder angemahnt und auch durchgeführt, Bußgelder verhängt und bezahlt - bis zum nächsten Mal. Die Behörden verweisen auch darauf, dass Müller Brot die Produktion aus eigenem Antrieb eingestellt hat. Allerdings: Andernfalls hätte das Landratsamt zusammen mit dem landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit der Schließung reagiert. Die Frage nach den konkreten Ursachen der mangelnden Hygiene sind nach wie vor unbeantwortet. Selbst auf x-fache Nachfrage wurden auf der offiziellen Pressekonferenz zum Produktionsstopp keine Aussage gemacht. Warum nur? Machen die Behörden hier einen Unterschied zwischen einem Großkonzern (Müller Brot gehört mittlerweile nicht mehr Gründer Hans Müller, sondern dem Familienkonzern von Klaus Ostendorf) und kleineren Handwerksbetrieben? 
Dr. Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamts für Lebensmittelsicherheit:
„Es ist durchaus richtig, dass es seit dem Jahr 2009 Beanstandungen in Sachen Hygiene bei Müller Brot gab. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat darauf hin immer wieder die Abstellung der Mängel angeordnet - sogar Spezialeinheiten mit bis zu zehn Personen waren bei unangekündigten Kontrollen im Einsatz. Überdies hat auch das Landratsamt Freising immer wieder Teams zu Überprüfungen nach neufahrn entstandt. Die Mängel waren in ganz unterschiedlichen Teilbereichen und Produktlinien aufgetreten. Ordnungs- und Bußgelder wurden verhängt. Im vergangenen Jahr hat dann das Landratsamt Freising entschieden, die Staatsanwaltschaft in Landshut einzuschalten. Wir haben also stets gehandelt und nichts vertuscht.“
Thomas Grundner, Obermeister der Bäckerinnung im Landkreis, beklagt Nachteile für die Handwerker:
„Für jeden kleinen oder mittelständischen Betrieb wäre so ein Brotskandal der K.O. Ich könnte in Moosburg zusperren. Weil ich hier vor Ort bekannt bin und für meine Produkte stehe. Bei Brotfabriken, die ihre Teiglinge aus dem Ausland importieren, weil die dort ein halbes Jahr haltbar gemacht werden, steht doch kein Gesicht dahinter. Auch wir werden alle paar Monate kontrolliert und müssen Mängel innerhalb einer gesetzten Frist abarbeiten. Wird dies nicht durchgeführt, kommt eine Task Force und schließt den Betrieb. Bei uns ist die Putzkolonne täglich vier Stunden im Einsatz, die weit reichende Hygienepläne umsetzen. Und wir als Unternehmer kontrollieren das persönlich, wir tragen ja auch die Verantwortung. Ein Schludern können wir uns hier nicht erlauben.“

Ihre Kommentare

13.02.2012 12:27, Freising
Warum die ganze Arbeit mit Reinigen?
Müller Brot wird nichts mehr verkaufen nach dem Skandal.



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