Unterschiedliche Interpretation von Zahlen und Fakten
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Forum Freising
Freising, 16.02.2012 12:00 |
 Eva Bulling-Schröter (Die Linke) ist Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag. Mit einem neuen Antrag zu einem altbekannten Thema widmet sich die Bundestagsfraktion der „Linken“ ganz aktuell dem geplanten Bau der Dritten Startbahn. Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Eva Bulling-Schröter, hat den Antrag Ende der vergangenen Woche auch den Freisinger Bürgern vorgestellt.
Unter Federführung des Fraktionsvorsitzenden Dr. Gregor Gysi fordern die „Linken“, die Regierung auf, dass diese als Gesellschafterin der Flughafen München GmbH (FMG) auf eine zusätzliche Bahn verzichten und darüber hinaus ein neues Konzept für den Status Quo, also zwei Bahnen, entwickeln soll. Als Argumente führen die unterzeichnenden Bundespolitiker die wider die Darstellungen der Regierung schlechte finanzielle Situation der FMG, die mit 2,3 Milliarden Euro verschuldet ist, außerdem Kriterien aus dem Klimaschutz: „Der Beitrag des Luftverkehrs zur globalen Erwärmung beträgt schon heute mindestens vier Prozent-Tendenz steigend. Dieser Wert liegt deutlich uber dem prozentualen
Anteil des Flugverkehrs am globalen CO2-Ausstoß, da die Emissionen des Luftverkehrs eine deutlich höhere Klimawirksamkeit haben“. Und schließlich wird ein Quervergleich zum Londoner Flughafen „Heathrow“ heran gezogen, der ein deutlich höheres Passagieraufkommen ebenfalls mit zwei Bahnen bewältigt. FMG-Pressechef Ingo Anspach dementiert die eingebrachten Zahlen nicht, kritisiert aber ihre einseitige Interpretation.
Eva Bulling-Schröter:
"In den Gemeinden rund um den Flughafen regt sich zu Recht großer Widerstand gegen den Bau der dritten Start- und Landebahn. Die FMG ist mit etwa 2,3 Milliarden Euro uberschuldet. Bislang steigen die Schulden an. Der geplante Bau der dritten Start- und Landebahn soll nach derzeitigen Angaben etwa 1,2 Milliarden Euro kosten. Durch laufende Einnahmen kann das nicht finanziert werden. Ein Ausbau der Flughafeninfrastruktur in Deutschland, der sich allein an großteils fraglichen Verkehrsprognosen orientiert und die Anforderungen des Klimaschutzes ignoriert, ist unverantwortlich. Der Flughafen London-Heathrow verfugt mit deutlich höheren Zahlen von etwa 66 Millionen Passagieren und 460000 Flugbewegungen auch nur über zwei Start- und Landebahnen.“
Ingo Anspach- Leiter der Presseabteilung am Münchner Flughafen: "Die Linke hat schlichtweg einige Dinge übersehen. Die Zahlen mögen ja stimmen, aber die FMG ist keineswegs überschuldet, sondern weiterhin in der Lage, Investitionen zu tätigen. Die Bonität wurde von unabhängigen Banken bestätigt. Daraus ein finanzielles Risiko zu konstruieren, ist schlicht Unsinn. Das Klima ist ein weltweites Problem und nicht an einem Standort in den Griff zu kriegen. Wenn nicht hier, starten die Flugzeuge doch woanders, außerdem würde eine dritte Bahn Staus verhinden, die die Emissionen steigern. Also brächte sie sogar einen positiven Effekt. Zu London: Dort herrscht eine andere Verkehrsstruktur mit fünf Flughäfen unterschiedlicher Verkehrsaufgaben und weniger Umsteigern. Dort wird sogar über einen ganz neuen Flughafen diskutiert“. |
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