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Der Bundespräsident gratuliert


Nachricht von: Forum Freising
Freising, 29.11.2011 12:00


Bürgermeister Josef Brückl überbrachte die Glückwünsche des bayerischen Ministerpräsidenten.
Ihren 100. Geburtstag konnte Maria Hauer in der vergangenen Woche feiern. Zahlreiche Gratulanten fanden sich zu diesem seltenen Jubiläum in der Tulpenstraße ein, darunter Landrat Michael Schwaiger und Bürgermeister Josef Brückl. Die Seniorin erfreut sich bester Gesundheit und ist geistig topfit. Das bewies sie mit einigen Erlebnissen aus ihrem langen Leben und mit spontanen Antworten schlagend.
Die Jubilarin wohnt in ihrer eigenen Wohnung, gut umsorgt und behütet von Tochter Jeanette und Schwiegersohn Klaus. Beide bewohnen zusammen mit Tochter Claudia das Obergeschoß, Maria Hauer hat ihr Reich Parterre. Dort ist sie mit ihrem Rolator noch recht beweglich, dort löst sie begeistert Kreuzworträtsel, „wenn ich inzwischen auch eine Lupe brauche“. Gerne erinnert sie sich an ihre Kindheit in Eger, nahe Franzensbad, „wo wir auf der Straße gespielt und unseren Spaß gehabt haben“. Auch wann sie erstmal in einem Auto fahren durfte, das weiß Maria Hauer noch genau. „Das war 1931 – und zwar mit meinem Chef“. Damals produzierte sie Armbänder für Uhren, bekam aber schnell den Posten als Expedientin, erklärt die Jubilarin nicht ohne Stolz. Eigentlich hatte sie das Schneiderhandwerk erlernt, „weil ich musste“, erzählt Maria Hauer. Schneiderin aber wollte sie nicht sein, sie wollte „weiter in die Schule gehen“, erzählt sie. „Aber es ist nichts draus geworden“. Als sie nach der Vertreibung im Jahr 1946 mit ihrer Tochter nach Bayern kam, da war sie schon Witwe. Hans Hauer, ein Bayer, wurde noch kurz vor Kriegsende zur Wehrmacht eingezogen und ist seitdem vermisst.
1953 kam sie dann nach Freising, wo ihre Schwester Erni Stimmer 1961 eine Schneiderei eröffnete – sie war wieder Schneiderin. 1974 übersiedelte Maria Hauer dann nach Langenbach, wo sie mit ihrer Familie heute noch wohnt. Tiersendungen im Fernsehen machen ihr großen Spaß, verrät die Jubilarin, erst kürzlich habe sie eine Sendung über den Kaukasus gesehen, in der Forscher Bären suchten, die sie als Jungtiere schon betreut hatten. „Sie haben sie aber nicht gefunden“, erklärt das „Geburtstagskind“ unserem Mitarbeiter ein wenig traurig. Die liebsten Tiere aber seien ihr die Tiger, verrät Maria Hauer. Und darum macht ihr auch das erst fünf Monate alte Boxermädchen Bella große Freude. „Es ist zwar kein Tiger, aber gestreift ist sie schon“. Auch für Krimis hat die Jubilarin ein Faible – und für Musiksendungen. Ihr Favorit in diesem Genre „das ist Semino Rossi“, verrät Maria Hauer, aber auch Ernst Mosch hat bei ihr einen Stein im Brett. Erst kürzlich habe sie sich von ihm eine CD bestellt, „ganz allein per Telefon“, ergänzt Tochter Jeanette. Und Hörbücher gehören inzwischen auch zu ihrem Unterhaltungsrepertoir. „Nero Corleone“, in dem Elke Heidenreich einem Kater ihre Stimme gibt. Oder auch „Die Wanderhure“. „Aber den 1. Teil, den höre ich mir nicht mehr an, der ist zu grausam“, erläutert die Jubilarin.
Zu den prominenten Gratulanten, die Maria Hauer persönlich zum 100. Geburtstag gratulierten, gehörten Landrat Michael Schwaiger und Bürgermeister Josef Brückl. Der Freisinger Landrat überreichte einen Geschenkteller mit vitaminreichem Obst, damit die Jubilarin „noch lange Zeit im Kreis der Familie und Freunden leben“ könne. Es gebe nicht viele Menschen im Landkreis, die einen so „runden Geburtstag“ feiern können, wusste Schwaiger. Bürgermeister Josef Brückl hatte ebenfalls Gesundes dabei. Er erinnerte sich an den 90. Geburtstag der Dame, zu dem er ebenfalls gratuliert hatte, und an deren damaligen Ausspruch, „100 will ich schon werden“. Das habe sie jetzt erreicht, stellte der Rathauschef fest, „jetzt streben wir den 105. an“, war Brückl Devise.
Zur Freude von Maria Hauer und der ganzen Familie gehörte auch, dass der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer brieflich gratulierte und der Jubilarin durch Langenbachs Bürgermeister eine Silbermedaille mit dem Bildnis der Patrona Bavariae überreichen ließ. Er hoffe, schrieb Seehofer, „dass Sie dank fürsorglicher Mitmenschen Grund haben, mit Zuversicht an die vor Ihnen liegende Wegstrecke zu denken“, ein Wunsch, der sich für Maria Hauer schon erfüllt hat. Damit aber nicht genug: Sogar Bundespräsident Christian Wulff sandte Glückwünsche! Darüber waren Maria Hauer und die ganze Familie „völlig überrascht“. Der erste Mann im Staate betonte, dass es nur wenigen Menschen vergönnt sei, „auf ein volles Jahrhundert Rückschau halten zu können“ und hoffte für die Jubilarin, „dass Sie Ihren Ehrentag festlich und in Gesundheit begehen können“. Der Bundespräsident verabschiedete sich „mit freundlichen Grüßen Ihr Christian Wulff“.

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