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Selbstgewinn durch Verzicht?


Nachricht von: Forum Freising
Forum Freising, 23.02.2012 12:00


Die Zeit der Fastenmärkte allerorten beginnt nun nach dem Fasching. Offensichtlich kein Rückgang des Konsums. Oder doch?
Vorbei mit Schlemmen und dem Konsum von Genussmitteln. Mit dem Ende des Faschings beginnt am Aschermittwoch traditionell die Fastenzeit, die nach christlichem Brauch 40 Tage lang bis Ostern dauert. Aber nicht nur religiöse Gründe geben Anstoß zum Verzicht, viele nützen diese Zeit auch, um sich gesünder und bewusster zu ernähren.
Während die letzten Jecken noch versuchen, ihren Kater zu vertreiben, steht für viele andere mit Beginn des Aschermittwochs nicht nur Alkoholverzicht an, sondern auch viel Fisch, Gemüse und andere gesunde Nahrungsmittel auf dem Speiseplan. Ursprünglich als Besinnung und zur Vorbereitung auf das bevorstehende Osterfest gedacht, wird die 40 Tage andauernde Fastenzeit oft auch als Diät und Verzicht-lernen genutzt. Ein Grund, die überflüssigen Kilos aus der „sündigen“ Weihnachtszeit loszuwerden oder endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Andere machen daraus eine Art Selbsttest um an ihre Grenzen zu kommen. Der religiöse Hintergrund gerät dabei nicht selten in Vergessenheit. Fasten muss jedoch nicht zwangsweise den Verzicht von Nahrungs-, und Genussmitteln bedeuten. Wer den radikalen Weg einschlagen möchte, besinnt sich in dieser Zeit ganz auf sich selbst und schwört den Konsum von Fernsehen, Facebook oder Handy ab. Aber hat die Fastenzeit wirklich einen sinnvollen Nutzen oder ist es wie mit den guten Vorsätzen zu Neujahr - ein Anlass sich etwas vorzunehmen, was letztendlich dann sowieso über Bord geworfen wird.
Thomas Mühldorfer (47) aus Freising sieht keinen Grund, zu fasten:
„Also ich faste nicht, mich hat die Fastenzeit noch nie interessiert und ich habe es auch noch nie versucht. Ich lebe jetzt genauso wie vor dem Fasching und verzichte auf nichts. Für mich gibt es keinen Grund zu fasten, wenn andere das machen, finde ich das aber schon in Ordnung. Auch am Aschermittwoch achte ich jetzt nicht unbedingt darauf, ob ich Fleisch esse oder nicht. Wenn ich das Bedürfnis habe, ein paar Kilos abzunehmen, kann ich das auch unter dem Jahr machen, da brauche ich nicht unbedingt die Fastenzeit dazu“.
Manuela Dendl (52) aus Mauern will sich in der Fastenzeit bewusster ernähren:
„Am Aschermittwoch achte ich darauf, dass ich kein Fleisch esse und auch sonst versuche ich in der Fastenzeit auf Wurst, Fleisch und Süßes zu verzichten. Alkohol trinke ich generell nicht. Wir leben im Überfluss und ich bin der Meinung, dass man in der Fastenzeit etwas kürzer treten sollte. Allerdings faste ich nicht nur aus religiösen Gründen, sondern auch um sich in dieser Zeit bewusster zu ernähren. Ob ich es bis Ostern aushalte, weiß ich nicht. Die letzten Jahre habe ich es nicht durchgezogen aber ich versuche es zumindest“.

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